ZU BREIT, ZU FLACH …

... und schnurgerade. So ziehen sich die meissten Bäche und Flüsse durch die Landschaft. Auf unserer Mitgliederversammlung vom 26.05.2016 hat uns Herr Dr. Jens Salva, Fischereibiologe beim Landesfischereiverband, Probleme und Lösungen anhand von Beispielen dargestellt. Die Probleme ergeben sich zum einen aus der im Vergleich zu natürlichen Gewässern höheren Wasserabfuhr und der daraus resultierenden höheren Überschwemmungsgefahr.

Ein anderes, im Wortsinn angrenzendes Problem ist die mittlerweile intensive Bewirtschaftung der Rand- bzw. Uferstreifen.Erosionserscheinungen und der Eintrag von natürlichem Eisen, von Dünge- und Unkrautvernichtungsmitteln führen zu einer weiteren Verschlechterung der Gewässerqualität.

Die möglichen Lösungen sind so einfach wie naheliegend. Zum einen kann man durch Baggereinsatz einen neuen und reichhaltig strukturierten, mit Auen versehenen Flusslauf schaffen.
Zum anderen kann man mit der in Dänemark entwickelten "Stream-in-Stream-Methode" ("Bach im Fluss") durch den Einbau von Kiesbänken und anderen Strukturelementen in den Gewässerlauf relativ schnell Veränderungen hinsichtlich der Tiefen und Breiten und somit auch der Strömungsgeschwindigkeiten erreichen.

Der Erfolg solcher und anderer Maßnahmen stellt sich innerhalb weniger Monate ein. Der Abtrag feiner Sedimente, die Entstehung von Vertiefungen (sog. Kolke) und an die Anlagerung von Treibsel  führen, beginnend z.B. bei wirbellosen Süsswasserorganismen, zu einem Anstieg der Artenvielfalt im Einzugsbereich des Gewässers.

Auch in einem weiteren Punkt "gewinnt" das Gewässer: durch die erreichten Veränderungen wirkt das Gewässer nicht nur optisch lebendiger, sondern es wird auch wieder als plätschernder Fluss hörbar. Gerade diese beiden Faktoren werden von Personen als deutlich positiv wahrgenommen.

Abschliessend gab es noch ein Wort der Anerkennung für Rat und Verwaltung der Stadt Delmenhorst für die Unterstützung der Welse-Renaturierung im Bereich Tiergarten.

Zum Schluss eine Bemerkung in eigener Sache: wir haben uns gefreut, so viele unserer Genossen aus dem Ortsverein Ost begrüßen zu können und hoffen, auch zukünftig einen guten Beitrag zur Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Ortsvereinen leisten zu können.